Tausendfüßler - der grüne Hochweg

Thema Kö−Bogen Verkehrsplaner und Architekten beleben die Diskussion mit unkonventionellen Ideen: Die Hochstraße soll autofrei und zu einem bepflanzten Spazierweg mit schönen Ausblicken in die Stadt werden. Auch ein Automobilmuseum ist denkbar. Der Erholungswert der City wird größer.
Michael Brockerhoff


Thema Kö−Bogen Tausendfüßler – der grüne Hochweg Verkehrsplaner und Architekten beleben die Diskussion mit unkonventionellen Ideen: Die Hochstraße soll autofrei und zu einem bepflanzten Spazierweg mit schönen Ausblicken in die Stadt werden. Auch ein Automobilmuseum ist denkbar. Der Erholungswert der City wird größer. Der Tausendfüßler ist allein für Autos da, Fußgänger und Radfahrerhaben dort schon allein aus Sicherheitsgründen nichts zu suchen. Diese Vorstellungen von einer auto-gerechten Stadt haben sich längst überholt. Aber die Forderung von Kritikern, den Tausendfüßler deshalb abzureißen, hält Karl Niemann von der Senioren−Organisation allpha 60 für falsch. Er schlägt das Gegenteil vor: „Wir könnten die schöne Hochstraße umfunktionieren und sie zu einer grünen Achse für Spaziergänger und Radfahrer machen.“ Niemann ist sich bewusst, dass diese Idee unkonventionell ist. „Aber die grüne Brücke könnte viel zur Lebensqualität in der Stadt beitragen“, ist er überzeugt und freut sich in seiner Vorstellung auf die Ausblicke auf Straßen und den Hofgarten, die Spaziergänger vom Tausendfüßler aus haben könnten. Schnelle Verbindung „Der grüne Hochweg ist zudem eine Abkürzung für Fußgänger und Radfahrer, die vom Ende der Berliner Allee aus direkt zum Hofgarten gehen wollen, ohne durch Straßen oder
Fußgängerströme gestört zu werden“, erklärt Architekt Ernst Jönke. Denn auch nach dem Bau eines Tunnels werden kleine Straßen in die Schadowstraße münden, zu den Parkhäusern führen, werden Gleise für eine Straßenbahn übrig bleiben. Der Architekt ist überzeugt, dass Düsseldorf zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen werde: „Das Denkmal Tausendfüßler bleibt bestehen, würde an die alte Stadtstruktur erinnern und gleichzeitig den Ruf Düsseldorfs als Gartenstadt stärken.“ Hässlich würde der Tausendfüßler als grüner Hochweg nicht mehr aussehen. „Pflanzen können herunterranken und stellenweise eine grüne Wand bilden“, meint Niemann. Gerade für ältere Menschen, die noch aktiv sind und Erholung in der Stadt suchen würden, sei die grüne Route attraktiv. Auch die umliegenden Straßen werden seiner Auffassung aufgewertet. Die Berliner Allee bekäme neben dem schmalen Palmenweg, den Tita Giese gestaltet hat, eine breite grüne Mündung, die Immermannstrasse einen hübschere Einmündung. Unabhängig von den Ideen der Gruppe allpha plädiert auch der Verkehrsplaner Heiner Monheim für einen grünen Tausendfüßler. Der Verkehr werde mittelfristig wegen Luftverschmutzung und hohen Spritpreisen stark abnehmen, dann sind Autos in der City kaum noch zu sehen, prognostizierte er bei einer Diskussion zum Thema Kö−Bogen. Da aber die
Hochstraße ein Denkmal sei, könne er dann zu einem Museum für Automobile hergerichtet werden mit Schaukästen zwischen grünen Inseln. In einem Punkt sind sich die Querdenker einig: „Die Stadtplaner müssen ausgetretene Pfade verlassen und auch ungewöhnliche Ideen verwirklichen, damit Düsseldorf interessant bleibt.


19. Dezember 2007
Veröffentlichung in den allpha-Medien mit Genehmigung der Rheinischen Post