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> aufs Ende hin <
ist die neue Plattform zum Informationsaustausch
auf ein einziges Thema hin:
Die Aufklärung über alle relevanten Aspekte,
sich – in definierten Lebenssituationen – selbst das Leben nehmen zu können.
Es betrifft die persönliche Situation bei bestimmten Erkrankungen zum Tode bzw.
in Erwartung eines zunehmenden körperlichen und/oder geistigen Verfalls,
in dem wir uns einer als sinnlos empfundenen langzeitlichen Sterbephase ausgeliefert fühlen.
Mit der redaktionellen Begleitung durch Karl Niemann Theol.,
dem Initiator der allpha 60 Initiative, wird mit > aufs Ende hin <
ein Informationsweg beschritten, der die betroffene Person
als Subjekt in den Mittelpunkt setzt
und die Betroffenen zur Stellungnahme und Entscheidung für und wider auffordert.
Dies stellt ein Gegengewicht zu der gegenwärtigen Diskussion der Sterbehilfe dar, die eher die betroffene Person als Objekt sieht,
und ergänzt die bisher im Vordergrund stehenden Expertenmeinungen
zu Verhaltens- und Rechtslagen als auch zu ethischen Fragen.
In diesem Sinne hilft die – kostenfrei zugängliche – Informations-Plattform
uns aktuell oder potenziell Betroffenen,
sich mit anderen auszutauschen,
um sich mit einem erweiterten Wissenshintergrund
für ein sinnvolles Weiterleben entscheiden zu können
oder das eigene Leben zu beenden.
In einer Abwägung bei (noch oder noch lange) klarem Verstand
setzt es dem Leben-Wollen das Sterben-Wollen gegenüber.
Karl Niemann Theol.
Hierzu ist mir nach
zahlreichen Gesprächen zum Thema wichtig zu sagen:
Wenn jemand seine Meinung für das allphaForum sendet, dann ist der
Empfänger der Webmaster, Diplom-Informatiker Andreas Zeugner. Er lässt
nur Beiträge zur Sache zu. Tauchen besondere ethische Fragestellungen
auf, nimmt sich Karl Niemann als Theologe und Ethik-Verantwortlicher der
Sache an.
Beide arbeiten seit mehr als 10 Jahren (!) bei Internet-Fragen zusammen.
Das heisst: Die jeweils mitgeteilte Meinungsäusserung ist in guten
Händen, so dass ein intensiver Meinungsaustausch auf seriöser Basis
erfolgen kann.
Darüberhinaus wird geprüft, ob ein besonders intimer
Informationsaustausch mit Codezugang erfolgen sollte. Hierzu hören wir
auch gern Ihre Meinung.
Ihr Karl Niemann
Zum Thema selbst gab es ein
intensives Pro und Contra beim allpha-Themenabend >leben wollen und
sterben ‚wollen dürfen’< am 17. 9.2008. Hier der Bericht:
„Gelacht wurde auch, über
Woody Allens „Ich habe keine Angst vor dem Sterben. Ich möchte bloss
nicht dabei sein, wenn’s passiert“! Es war die erste Veranstaltung >aufs
Ende hin< in der allpha-Reihe pro und contra, die sich brisanter Themen
an-nimmt und Mut macht, mit der eigenen Meinung zu vermeintlichen
Tabu-Themen nicht hinter dem Berg zu halten.
Betroffenheit zeigten die Besucher, als der Moderator auf biblische
Auffassungen zu sprechen kam, wo das Sterbengehen und der Tod an nur
relativ wenigen Stellen beschrieben ist, und – gerade im Alten Testament
– eher eine Gottesferne kenn-zeichnet. Aber durch’s Sterbengehen – „die
bösen Tage“, wie der Prediger sagt – muss man hindurch. Das Neue
Testament sendet mit der Auferstehung wieder das Licht. Ob letzteres
tatsächlich eintritt, weiss keiner.
Doch, wie es in den „bösen Tagen„ aus-sieht, davon konnte jeder zweite
der An-wesenden berichten, aus eigener Familie, von Nachbarn, von
Freunden. Sorgenvoll sah man das Zukunftsszenario der stetig steigenden
Zahl älterer Menschen und dem zu erwartenden Betreuungsengpass. Mag es
die persönliche Situation bei be-stimmten Erkrankungen zum Tode
betref-fen bzw. die Erwartung eines zunehmen-den körperlichen und/oder
geistigen Ver-falls, bei der wir uns einer als sinnlos emp-fundenen
langzeitlichen Sterbephase aus-geliefert fühlen.
Es war auch die Angst derer, für eine familiäre Betreuungsaufgabe nicht
die Kraft aufbringen zu können oder einer un-abänderlichen,
fakt-orientierten ‚Fremdbe-stimmung‚ zu erliegen. Allzu bekannt und doch
irritierend der Hinweis: Nur Pferden
gibt man den Gnadenschuss, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Und diese
Aktion wird zutiefst menschlich (übermenschlich,
göttlich, weil Gnade von oben kommt) empfunden – wenn’s um Tiere geht,
auch um Tiere, die nicht nur de iure ‚Sachen’ sind sondern die besten
persönlichen Freunde.
Die Erkenntnisse des allphaThemena-bends:
- ‚Wie kann das Leben enden?’ muss als Tabu-Thema aufgebrochen werden,
von jeder Lebenszeit an
- Der Sichtweise der „bösen Tage“ sollte eine zweite Blickrichtung
beigestellt sein: Nämlich – versuchen vom eigenen Ende her zu denken und
bewusst leben, schon heute und jeden Tag bis „die Sonne sinkt“, wie
Nietzsche sich in einem traumhaft schönen Gedicht über das Sterbengehen
ausdrückt.
- Ein Umbruch kann nur mit einem geän-derten MainStream in der
Gesellschaft erfolgen; wie schon in der Frauenbewe-gung und der
Überwindung des Abtrei-bungsparagraphen („Mein Bauch gehört mir“),
diesmal mit den älteren Menschen im Blick und deren Verhältnis zu den
jün-geren: EMANZIPATION ist auch hier das Zauberwort!
- Neue Lebens-, Wohn- und Aufgaben-(Arbeits-)Formen mit
Netzwerkcharakter können ein Umfeld schaffen, das ein Ster-ben in
Akzeptanz und im Beisein anderer Menschen ermöglicht
- Es gilt „Die Würde das Menschen ist un-antastbar“. Der Artikel im
Grundgesetz darf nicht nur auf die „staatliche Gewalt“ bezogen sein (wie
es in Artikel 1 heisst), sondern müssen Mensch und Mitmensch stets
empfinden, im >Leben wollen und Sterben wollen dürfen<.“
Karl Niemann
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