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Lebens- und Wohnvisionen - das Jahr 2015
Szenario von Karl Niemann
Das neue Bewusstsein bei den jungen Alten >Generation allpha<
Das Lebensgefühl im Alter ist nicht mit dem Kalenderalter gleichzusetzen
Der Zug zu einem >Stück Stadt<
Das Bedürfnis nach Wohnen mit anderen:
Wohnen für Hilfe und Wohnen in Gemeinschaft
Neues Wohnen an einem Strang: 4 im Viertel Umfeld / Leben / Wohnen /
Haushalt
Wir befinden uns im Jahr 2015,
Sie sind bei der Zeitreise dabei. Mit dem demographischen Wandel ist der
ältere Mensch mit Macht in den Mittelpunkt gerückt, vergleichbar nur mit
dem Aufstossen des Tores zur Aufklärung. Ausschlaggebend war die
Überwindung eines bis dahin weit verbreiteten Tabu, nämlich zu sagen was
man denkt und wie man sich fühlt, wenn’s mit einem im Alter bergab zu
gehen scheint. Das verdanken wir zum Grossteil den auch in die Jahre
gekommenen Babyboomern, unseren nachwachsenden Alten. Man spricht also
drüber, über die so im Alter ab 50 aufkommenden Gedanken, „dass alles
irgendwann zu Ende ist“ und „soll das alles gewesen sein?“ Kein Wunder,
schon längst ist man darauf gekommen, dass die verbleibende Zeitspanne
noch viele, viele Jahre ermöglicht. Die Fitness hat neue Höhen erlangt.
Das Plus von Erfahrung gegenüber Jüngeren weiss jedermann zu schätzen. Und
Alt und Jung lernen voneinander. Jede Menge Wege und Chancen gibt es,
endlich das zu tun, was man immer schon wollte. Und was es für neue
Wohnformen gibt!
WOHNEN - Veranstaltungen
2004
Seniorentag Stadtsparkasse Düsseldorf:
- Organisation und Moderation >Aktionsprogramm zur aktiven Altersvorsorge<
- Moderation >Neue Wohnformen und Betreutes Wohnen<
2005
Konzeptentwicklung >Akademie für neue Wohnformen< in Reitzenstein / mit
OB-Promotion
2006 Haus und Grund-Jahrestagung Düsseldorf:
- Moderation zum >Einsatz intelligenter Haussysteme im Wohnbereich<
2007
allpha-Tag zur >Zukunft der Generationen< in der VHS-Zentrale Düsseldorf
- Organisation und Moderation u.a. zu >Wohnen mit Technikhilfe<
2008
Immobilientag am Airport Düsseldorf
- Vortrag zu >Wohnvisionen 2015<
REHACARE Düsseldorf
- Moderation Podiumsdiskussion >Service und Wohnen< / Termin am 17.
Oktober
Wohnen für Hilfe als Projekt von
www.kulturbett.de
Seit den Anfängen von allpha 60 in 2004 spielt das Thema >Wohnen und
speziell ‚Wohnen wenn man älter wird’ eine Rolle. Entsprechend hatten wir
schon Veranstaltungen, Workshops zu Wohnen bis hin zu Darstellungen von
>Wohnvisionen 2015< (so lautet ein Referat von KN). Gerade kam die
Beauftragung der Messe REHACARE dort eine Podiumsdiskussion zu ‚Wohnen
unter Einsatz von Technik-Service’ zu leiten.
Schon 1997 hatte sich KN dem Thema ‚Wohnen für Hilfe’ genähert und jetzt –
da die Zeit reif zu sein scheint – wieder aufgegriffen.
Worum geht es bei
>Wohnen für Hilfe<?
Eine ältere Person
ermöglicht als Wohnungsinhaber (Eigentümer oder Mieter) einer jüngeren
Person den Wohnaufenthalt in der Wohnung. Zwischen beiden erfolgt ein
wertmässiger Austausch zur Bedarfsdeckung und Kostenteilung.
Erste Erfahrungen auf
studentischer Ebene in Freiburg und Köln zeigen, dass es gut ist, die
gegenseitigen Leistungen individuell zu fixieren. So kann die jüngere
Person für jeden Quadratmeter der benutzten Wohnfläche eine Stunde Hilfe
im Haushalt in der Wohnung oder ausserhalb beim Einkaufen leisten oder
ggf. auch im kommunikativen = geselligen Austausch – zum Beispiel. Dazu
erfolgt ein kostenmässiger Ausgleich der Verbrauchskosten für Heizung,
Wasser, Strom, TV-, Telefon- und Internetgebühren. Im Grunde gehen die
ältere und die jüngere Person eine Partnerschaft auf Zeit ein, mit jeweils
mehr oder minder grosser Anteilnahme am Leben des anderen. Ein
Organisationsteam bildet das Koordinierungszentrum und vermittelt die
neuartigen Wohn“stellen“.
„Wie werde ich
demnächst wohnen und leben?“
Diese ganz persönliche
Frage ist von hoher gesellschaftlicher Relevanz und beeinflusst in ihrem
Wirkungsgeschehen nahezu alle Sachgebiete von Wohnungswirtschaft bis zur
zeitlich nicht zu bestimmenden Situation des ‚Sterben gehens’.
Für die Älteren, die alten Menschen flößen Gedanken Angst ein, in
Einsamkeit und Isolation sich zu verlieren. Und – für die Jüngeren, die
jungen Menschen drängen sich Befürchtungen auf, dass sie mit Älteren (wie
früher mit Tanten, Onkeln, Omas und Opas oder auch Nachbarn) kaum Zeit für
das Sprechen miteinander haben, eher Ressentiments wegen der ungleichen
Rentenentwicklung aufbauen.
Beiden, den Älteren und den Jüngeren, spielt oft genug die eigene
Haushaltsituation in ihren Lebensablauf hinein. Für die einen: „Wie halte
ich das alles in Ordnung?“; für die anderen: „Wie kann ich mir das bloss
leisten?“ Dieserart Fragestellungen lassen sich beliebig erweitern. Denn
ein Generationenverbund zeigt bisher im Wohnen nur dürftige Ansätze.
Bisher ist in den Planungen der Städte und Gemeinden mehr von definierten
Einzelgruppen die Rede. Man plant immer noch für Senioren, vergisst
dabei nicht den Betreuungscharakter und spricht von Singels und Startern
(ins Alleinleben Startende). Für alle der Sprung in das jeweils eigene
kalte Wasser (‚ins Ghetto’ mag zu hart ausgedrückt sein).
Hinzu kommt,
dass die sog. Future
Seniors (um die 40 – 50 Jahre) sich künftig nicht mehr als junge Alte
sondern als ältere Junge fühlen. Sie wissen zwar dank ihrer Aufgeklärtheit
in Beziehungen, wohin sie sich bei den Fährnissen einer Midlife Crisis
wenden können. Aber wenn es ums Wohnen geht, bleiben sie solange in ihren
inzwischen zu gross gewordenen Wohnungen, bis Krankheit, Behinderung
oder Erblust der Verwandten sie zwingt, genau das zu tun, was sie nie
wollten. Das kann bis zum Heimgang führen.
Dagegen:
Ein >Wohnen und Leben im
Miteinander der Generationen< führt zu Kommunikation und Verständnis, zu
Anerkennung und Identifizierung, zu Ersparnis und gemeinsamen Geniessen.
Man darf guter Hoffung für seinen weiteren Lebensweg sein, den kurzen oder
den langen.
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